Alles, was du über die Verantwortung des Arbeitgebers bei Gewalt im häuslichen Arbeitsplatz in Deutschland wissen musst
Mit dem zunehmenden Arbeiten von zu Hause (Homeoffice) in Deutschland, insbesondere seit der Corona-Pandemie, sind neue Fragen zur Verantwortung des Arbeitgebers beim Schutz der Beschäftigten entstanden – vor allem dann, wenn es während der Arbeitszeit im häuslichen Umfeld zu häuslicher Gewalt kommt. In solchen Fällen steht die beschäftigte Person unter einer doppelten Belastung: Sie muss ihre Arbeit an einem Ort ausüben, der möglicherweise nicht sicher ist, und gleichzeitig mit Bedrohungen oder Gewalt in ihrem persönlichen Umfeld umgehen.
Wie sieht die Verantwortung des Arbeitgebers grundsätzlich aus?
Nach dem deutschen Arbeitsrecht ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten am Arbeitsplatz zu gewährleisten (Arbeitsschutzgesetz). Dazu gehört unter anderem:
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Schaffung eines sicheren Arbeitsumfelds
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Ergreifen vorbeugender Maßnahmen gegen Gefährdungen
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Beachtung der psychischen und körperlichen Gesundheit der Beschäftigten
Im Fall von Homeoffice wird die Umsetzung jedoch deutlich komplizierter, weil sich private Lebenssphäre und beruflicher Bereich überschneiden.
Gilt die Schutzpflicht auch zu Hause?
Ja, teilweise. Beim Arbeiten von zu Hause bleibt der Arbeitgeber an seine sogenannte Fürsorgepflicht gebunden. Er kann jedoch nicht direkt in die private Wohnumgebung eingreifen. Daher konzentriert sich seine Rolle vor allem auf:
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Bereitstellung von Beratung und Information zum Schutz vor Gewalt
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Angebot flexibler Lösungen, wenn eine beschäftigte Person offenlegt, dass sie von Gewalt betroffen ist
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Weitervermittlung der Beschäftigten an externe Hilfsstellen oder psychologische Beratungsangebote
Was passiert, wenn es während der Arbeit zu häuslicher Gewalt kommt?
Wenn eine beschäftigte Person während der Homeoffice-Arbeitszeit körperlicher Gewalt ausgesetzt ist, kann dies in bestimmten Fällen als Arbeitsunfall im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung (gesetzliche Unfallversicherung) gelten – vorausgesetzt, es lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Ereignis und der Arbeit nachweisen.
In den meisten Fällen wird häusliche Gewalt jedoch als privates Geschehen eingestuft, sofern nicht dargelegt werden kann, dass gerade die Homeoffice-Situation die betroffene Person einem erhöhten Risiko ausgesetzt hat.
Wie kann der Arbeitgeber helfen?
1. Klare Richtlinien gegen Gewalt
Der Arbeitgeber sollte schriftliche Richtlinien erstellen, in denen geregelt ist, wie mit Gewalt umgegangen wird (auch wenn sie im häuslichen Umfeld stattfindet) und welche Wege zu Unterstützung bestehen.
2. Sichere Kommunikationswege
Es sollten vertrauliche und sichere Kanäle für Beschäftigte zur Verfügung stehen, um Gewalt zu melden oder Unterstützung anzufordern, zum Beispiel über eine diskrete Ansprechperson in der Personalabteilung oder den Betriebsarzt.
3. Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort
Der Arbeitgeber kann ermöglichen, dass die betroffene Person an einem anderen Ort arbeitet (z. B. im Büro des Unternehmens oder in einem Co-Working-Space), wenn sie sich zu Hause nicht sicher fühlt.
4. Weiterleitung an Unterstützungsstellen
Die beschäftigte Person kann an soziale Beratungsstellen oder Fachstellen für häusliche Gewalt weiterverwiesen werden, zum Beispiel an das bundesweite Hilfetelefon 08000 116 016.
Kann die beschäftigte Person rechtlichen Schutz beantragen?
Ja. Die betroffene Person hat das Recht, beim Gericht Schutzanordnungen (Schutzanordnung) oder Kontaktverbote (Kontaktverbot) zu beantragen – unabhängig davon, ob die Situation unmittelbar mit der Arbeit oder mit dem Privatleben zusammenhängt.
Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis
Es ist rechtlich verboten, eine beschäftigte Person dafür zu sanktionieren, dass sie über erlittene Gewalt spricht oder Unterstützung einfordert. Im Gegenteil: Dies begründet für den Arbeitgeber eine noch stärkere Pflicht, Unterstützung zu leisten und ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten.
Fazit
Die Verantwortung des Arbeitgebers im Hinblick auf Gewalt, der Beschäftigte im häuslichen Arbeitsplatz ausgesetzt sein können, ist ein neues und komplexes Thema. Es zeigt deutlich, wie wichtig es ist, den Schutz der körperlichen und psychischen Gesundheit mit den Rechten der Beschäftigten zu verbinden. Wenn du als Beschäftigte*r das Gefühl hast, in Gefahr zu sein, denke daran: Du hast Rechte, dein Arbeitgeber ist zur Unterstützung verpflichtet und ein starkes Hilfenetz steht bereit.
Wichtige Begriffe auf Deutsch
Homeoffice: العمل من المنزل
Fürsorgepflicht: واجب الرعاية
Arbeitsunfall: حادث عمل
Schutzanordnung: أمر الحماية
Kontaktverbot: منع الاقتراب
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