Steuern für Influencer in Deutschland
(Steuern für Influencer in Deutschland)
Muss ein Influencer Steuern zahlen?
Ja.
Jede Person, die Einkünfte im Internet erzielt – egal ob durch Werbung, Kooperationen, Affiliate-Marketing, gesponserte Produkte oder andere Einnahmen – muss:
-
ihre Tätigkeit beim Finanzamt anmelden,
-
eine jährliche Steuererklärung abgeben,
-
Steuern auf den Gewinn (Einnahmen minus Kosten) zahlen.
Welche Steuern fallen für Influencer an?
| Steuerart | Gilt sie? | Details |
|---|---|---|
| Einkommensteuer | Ja | Auf den Gewinn nach Abzug der betrieblichen Kosten |
| Gewerbesteuer | Manchmal | Wenn die Tätigkeit als Gewerbe und nicht als Freiberuf eingestuft wird |
| Umsatzsteuer (MwSt) | Ja | In der Regel 19 % auf Werbe- und Kooperationsumsätze (falls nicht Kleinunternehmer) |
| Lohnsteuer | Nein | Nur relevant, wenn du eigene Angestellte hast |
| Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung | Ja | Weil du als Selbstständige*r tätig bist |
Auf welche Einnahmen müssen Influencer Steuern zahlen?
| Einnahmeart | Steuerpflicht? | Hinweise |
|---|---|---|
| Geldzahlungen für Werbung (Instagram-Post, YouTube-Video usw.) | Ja | Normale Betriebseinnahmen |
| Kostenlose Produkte zu Werbezwecken | Ja | Gelten als Sachleistung zum Marktwert |
| Affiliate-Provisionen | Ja | Einnahmen aus Affiliate-Marketing |
| Erlöse aus YouTube AdSense | Ja | Werbeeinnahmen aus der Plattform |
| Spenden / Unterstützung (Donations, Patreon usw.) | Ja | Als sonstige gewerbliche/selbstständige Einnahmen |
| Verkauf digitaler Produkte (E-Books, Online-Kurse, Presets …) | Ja | Gewerbliche oder freiberufliche Einnahmen |
Wie wird die Steuer berechnet?
Der steuerpflichtige Gewinn berechnet sich als:
Gewinn = jährliche Einnahmen – beruflich veranlasste Kosten (Werbungskosten / Betriebsausgaben)
Welche Kosten kann ein Influencer absetzen?
| Kostenart | Abzugsfähig? | Beispiele |
|---|---|---|
| Kameras und technisches Equipment | Ja | Kamera, Mikrofon, Stativ, Beleuchtung |
| Software & Abos | Ja | Schnittprogramme, Canva, Adobe, Zoom, Design-Plattformen |
| Kleidung nur für Drehs / Content | Teilweise | Nur, wenn eindeutig beruflich genutzt und dokumentiert |
| Handy & Internet | Teilweise | Nach anteiliger beruflicher Nutzung |
| Reisen & Events | Ja | Wenn beruflich veranlasst (z. B. Messen, Veranstaltungen) |
| Homeoffice | Ja | Unter den Bedingungen des Finanzamts für häusliches Arbeitszimmer oder Pauschale |
| Steuerberater & Buchhaltung | Ja | Honorare für Steuerberatung oder Buchhaltungssoftware |
Wie ist es mit gratis Produkten von Firmen?
Auch wenn du von einer Marke kein Geld, sondern nur Produkte erhältst, gilt:
-
Jedes Produkt, das du zu Werbezwecken erhältst, ist eine Sachleistung (geldwerter Vorteil).
-
Diese Sachleistung gilt als Einnahme in Höhe des Marktwerts (z. B. UVP oder üblicher Verkaufspreis).
-
Du musst diesen Wert in deiner Steuererklärung angeben – auch wenn du selbst nichts dafür bezahlt hast.
Kann ein Influencer die Kleinunternehmerregelung nutzen?
Ja, wenn dein Umsatz:
-
im Vorjahr ≤ 22.000 € lag und
-
im laufenden Jahr voraussichtlich ≤ 50.000 € bleibt.
Dann kannst du die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) nutzen.
| Vorteil | Folge |
|---|---|
| Keine Ausweisung von Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen | Weniger Verwaltungsaufwand, einfache Buchführung |
| Kein Vorsteuerabzug möglich | Du kannst die in Eingangsrechnungen enthaltene MwSt nicht zurückholen – nachteilig, wenn du viele Investitionen hast |
Muss ein Influencer ein Gewerbe anmelden?
| Situation | Anmeldung |
|---|---|
| Du erstellst primär kreative Inhalte als künstlerisch / publizistisch Tätiger (Freiberuflerin) | Meist kein Gewerbe, aber Anmeldung beim Finanzamt als freiberuflich erforderlich |
| Du verkaufst Waren, betreibst Handel oder kombinierst stark mit E-Commerce | In der Regel Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt erforderlich |
| Unsicher, ob Freiberuf oder Gewerbe? | Am besten direkt beim Finanzamt oder Steuerberater nachfragen |
Wichtige Begriffe
| Deutscher Begriff | Arabische Übersetzung |
|---|---|
| Influencer | مؤثر رقمي |
| Einkommensteuer | ضريبة الدخل |
| Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) | ضريبة القيمة المضافة |
| Sachleistung | مقابل عيني (منتج بدل المال) |
| Freiberuflich | عمل حر مهني |
| Selbstständigkeit | عمل لحسابك الخاص |
| Kleinunternehmerregelung | نظام الإعفاء الضريبي للمشاريع الصغيرة |
| Steuererklärung | الإقرار الضريبي السنوي |
Fazit
-
Influencer sind verpflichtet, auf alle ihre Einkünfte – ob in Geld oder in Form von Sachleistungen – Steuern zu zahlen.
-
Die Tätigkeit muss beim Finanzamt und je nach Ausgestaltung eventuell beim Gewerbeamt gemeldet werden.
-
In der Regel fällt Umsatzsteuer von 19 % auf Werbe- und Kooperationsumsätze an, sofern du nicht als Kleinunternehmer giltst.
-
Beruflich veranlasste Kosten (Equipment, Software, Reisen, Homeoffice etc.) können den Gewinn und damit die Steuerlast deutlich reduzieren.
-
Das Nichtdeklarieren von Gratis-Produkten oder Online-Einnahmen kann als Steuerhinterziehung gewertet werden.
Das Autor*innen- und Redaktionsteam der Website ist bemüht, auf Grundlage intensiver Recherchen und mehrerer Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig oder nicht endgültig gesichert sein. Bitte betrachten Sie die Informationen in diesem Artikel als erste Orientierung und wenden Sie sich bei konkreten Fragen stets an die zuständigen Behörden oder eine Steuerberatung, um verbindliche Auskünfte zu erhalten.