Das Publizieren in peer-reviewten Fachzeitschriften während der Promotion in Deutschland zählt zu den wichtigsten Kriterien akademischer Exzellenz. Es kann manchmal sogar eine formale Voraussetzung für den Abschluss, für Fördermittel oder für spätere Karriere- und Beförderungsschritte sein. Hier ist ein praktischer und professioneller Leitfaden, wie du effektiv veröffentlichst:
Warum ist das Publizieren in begutachteten Zeitschriften so wichtig?
| Nutzen | Erklärung |
|---|---|
| Stärkung des akademischen Rufs | Zeigt, dass du als Forschende:r aktiv und ernsthaft arbeitest |
| Unterstützung der Dissertation | Besonders relevant bei der kumulativen Dissertation |
| Ausbau des wissenschaftlichen Netzwerks | Zeitschriften erleichtern Kooperationen und Sichtbarkeit |
| Voraussetzung in manchen Promotionsprogrammen | Vor allem in Technik, Medizin und Naturwissenschaften |
Publikationsformen in der Promotion
Dissertation als Monographie
Eine zusammenhängende Arbeit, die am Ende eingereicht wird – Publikationen während der Promotionszeit sind nicht zwingend, aber sehr empfehlenswert.
Kumulative Dissertation
Eine Dissertation, die auf mehreren Fachartikeln basiert (meist 2–4 Artikel), die in peer-reviewten Zeitschriften veröffentlicht wurden.
Hinweis: Einige Universitäten verlangen, dass Artikel zum Zeitpunkt der Disputation bereits veröffentlicht oder zumindest zur Veröffentlichung angenommen sind.
Schritte zur Veröffentlichung in einer peer-reviewten Zeitschrift
1. Die passende Zeitschrift auswählen
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Sie muss genau zu deinem Fachgebiet passen.
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Sie sollte in anerkannten Datenbanken geführt werden (Scopus, Web of Science).
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Gute Sichtbarkeit/Impact (z. B. Impact Factor).
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Prüfe, ob es Open Access oder Closed Access ist.
Hilfreiche Tools:
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Elsevier „Journal Finder“
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Springer „Journal Suggester“
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DOAJ für Open-Access-Zeitschriften
2. Den wissenschaftlichen Artikel schreiben
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Klare Struktur nach den „Author Guidelines“ der Zeitschrift.
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Strikte Einhaltung akademischer Sprache (Englisch/Deutsch – je nach Journal).
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Standardaufbau:
Abstract – Introduction – Methods – Results – Discussion – References
Tipp: Lies mehrere Artikel aus derselben Zeitschrift, um Stil und Format genau zu treffen.
3. Pre-Submission-Review (Vorprüfung)
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Lass den Text von der Betreuung oder Kolleg:innen gegenlesen.
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Nutze Tools wie:
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Grammarly oder DeepL Write (Sprache)
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Hemingway (Stil/Lesbarkeit)
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Zotero oder EndNote (Literaturverwaltung)
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4. Einreichung und Begutachtung
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Peer Review dauert oft 4 bis 12 Wochen.
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Mögliche Entscheidungen:
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Accept without changes (Annahme ohne Änderungen)
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Minor/Major Revisions (kleine/große Überarbeitung)
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Reject (Ablehnung – dann bei einem anderen Journal einreichen)
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5. Nach der Veröffentlichung
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Teile den Artikel über akademische Profile (z. B. ORCID, ResearchGate).
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Nutze ihn in der Dissertation, besonders bei einer kumulativen Promotion.
Wichtige deutsche Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Begutachtete Zeitschrift | peer-reviewte Fachzeitschrift |
| Peer Review | wissenschaftliche Begutachtung |
| Kumulative Dissertation | Dissertation auf Basis publizierter Artikel |
| Einreichung | Submission/Einreichen |
| Überarbeitung | Revision nach Gutachten |
| Veröffentlichung | Publikation |
Professionelle Tipps
| Tipp | Nutzen |
|---|---|
| Früh nach geeigneten Journals suchen | So passt du dein Manuskript genau an Anforderungen an |
| Nur in anerkannten Zeitschriften publizieren | Schutz vor „Predatory Journals“ |
| Ideen früh mit der Betreuung besprechen | Bessere Journalauswahl und strategische Planung |
| Genug Zeit für Sprachkorrektur einplanen | Besonders wichtig bei Nicht-Muttersprachler:innen |
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