Forschungsmöglichkeiten für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in Deutschland sind nicht nur vorhanden, sondern können der Schlüssel zu beruflicher Exzellenz und späteren Karriereschritten in akademische oder leitende Positionen (Oberarzt, oder sogar Dr. med. habil) sein. Hier ein umfassender und praxisnaher Überblick, wie Sie diese Chancen nutzen können:
Vorteil
Erläuterung
Stärkung des Lebenslaufs
Publizierte Arbeiten verschaffen Ihnen einen klaren Vorteil bei Beförderungen und bei der Bewerbung auf Facharztausbildungsstellen.
Voraussetzung für bestimmte Programme
Einige Fachrichtungen (z. B. Onkologie, Kardiologie, Neurologie) bevorzugen Bewerber mit nachweisbarer Forschungstätigkeit.
Türöffner für die akademische Laufbahn
Erhöht Ihre Chancen auf eine spätere Tätigkeit an Universitäten oder in Forschungsinstituten.
Ausbau des beruflichen Netzwerks
Kontakt zu Forschern, Betreuern und Kollegen über Kongresse, Publikationen und Kooperationen.
Fragen Sie Ihren Oberarzt oder den/die Vorgesetzte:n direkt:
„Gibt es laufende Forschungsprojekte, bei denen ich mitarbeiten kann?“
Beobachten Sie, wer in Ihrem Team regelmäßig publiziert, und sprechen Sie diese Personen gezielt an.
Beteiligen Sie sich an der Aufarbeitung seltener Fälle oder an Fallanalysen (Fallberichte, Case Reports).
Typ
Erläuterung
Case Report
Fallbericht über einen seltenen oder besonderen klinischen Fall – ideal für Einsteiger.
Retrospektive Studie
Statistische Auswertung bereits vorhandener klinischer Daten aus der Krankenhausdokumentation.
Studien mit Laborarbeit
Benötigen eine entsprechende Infrastruktur (Labore, Forschungsgruppen), häufig an einer Uniklinik angesiedelt.
Multizentrische Studie
Beteiligung an nationalen oder internationalen Studien mit komplexer akademischer Koordination.
Wann können Sie publizieren?
Nach Bewilligung des Projekts durch die Ethikkommission
Wenn Sie die Unterstützung eines Betreuers / Supervisors haben
In der Regel in Kooperation mit einem oder mehreren erfahrenen Ärzten (z. B. Oberarzt, Facharzt)
Mögliche Zeitschriften:
Typ
Beispiele
Nationale Journale
Deutsches Ärzteblatt, Der Internist, NeuroTransmitter
Internationale Journale
The Lancet, BMJ, JAMA – in der Regel im Rahmen starker, etablierter Forschungsgruppen
Eine Publikation auf Deutsch ist vollkommen anerkannt, insbesondere für die Karriere in Deutschland.
Publikationen auf Englisch eröffnen Ihnen zusätzlich eine internationale Sichtbarkeit und Zitierbarkeit.
Warum sollten Sie Kongresse besuchen?
Grund
Nutzen
Netzwerken
Sie treffen Ärztinnen und Ärzte aus anderen Kliniken, Universitätszentren und Forschungsinstituten.
Wissensgewinn
Sie bleiben auf dem neuesten Stand zu aktuellen Studien, Leitlinien und neuen Medikamenten.
Eigene Präsentation
Sie können Ihre Arbeit als Poster oder Vortrag (Vortrag / Oral Presentation) vorstellen.
Finanzielle Unterstützung
Einige Verbände, wie z. B. der Marburger Bund, fördern Kongressteilnahmen mit Zuschüssen von ca. 500–800 €.
Wichtige Kongresse in Deutschland (Beispiele):
Fachgebiet
Kongress
Allgemeinmedizin
DEGAM-Kongress
Kardiologie
DGK-Kongress (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)
Neurologie
DGN-Kongress
Chirurgie
DGCH-Jahrestagung
Onkologie
DKG-Kongress
Definieren Sie Ihr Forschungsinteresse (z. B. Kardiologie, Intensivmedizin, Neurologie).
Sprechen Sie eine:n erfahrenere:n Kollegen:in in Ihrer Abteilung aktiv auf laufende Projekte an.
Melden Sie sich zunächst als Teilnehmer:in zu einem medizinischen Kongress an, um ein Gefühl für Themen und Formate zu bekommen.
Schlagen Sie Ihrem / Ihrer Betreuer:in vor, gemeinsam einen Case Report zu verfassen.
Verfolgen Sie regelmäßig die Fachzeitschriften in Ihrem Gebiet, um den Stil, Aufbau und die Anforderungen an Artikel besser zu verstehen.
Redaktioneller Hinweis
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