Was ist die AWO in Deutschland?
Die AWO (Abkürzung für Arbeiterwohlfahrt) ist eine der bedeutendsten sozialen Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland und ihre historischen Wurzeln reichen bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Ziel der AWO ist es, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und ihnen Beratung sowie praktische Hilfe anzubieten. Sie arbeitet hochprofessionell und ist dezentral auf Ebene der Bundesländer und Kommunen organisiert. In diesem ausführlichen Beitrag für das Jahr 2025 beleuchten wir die Rolle der AWO, ihre Arbeitsfelder, ihre Organisationsstruktur, Möglichkeiten der Mitgliedschaft und des Ehrenamtes sowie aktuelle Entwicklungen der letzten Jahre.
AWO ist die Abkürzung für Arbeiterwohlfahrt und bedeutet wörtlich „Fürsorge für Arbeiter“. Die Organisation entstand im Jahr 1919 auf Initiative der deutschen Arbeiterbewegung. Sie sollte als Ergänzung zum Staat im Bereich sozialer Dienstleistungen agieren und die Belastungen der Arbeiterklasse sowie benachteiligter Gruppen abfedern.
Seit ihrer Gründung hat sich das Tätigkeitsfeld der AWO stark erweitert: Heute bietet sie umfassende Unterstützung für ganz unterschiedliche Personengruppen in der deutschen Gesellschaft.
Zentrale Ziele der AWO
Soziale Unterstützung:
Hilfe für Seniorinnen und Senioren, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen oder in besonderen Notlagen.
Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts:
Durch soziale Programme und Veranstaltungen, die das Bewusstsein für Armut, Ausgrenzung und Integration stärken.
Mitgestaltung der Sozialpolitik:
Die AWO bringt ihre langjährige Erfahrung in die Diskussion und Entwicklung sozialpolitischer Konzepte ein.
Die AWO ist dezentral aufgebaut und arbeitet auf mehreren Ebenen:
Bundesverband (AWO Bundesverband) in Berlin:
Legt Grundlinien, Leitbilder und bundesweite Strategien fest und koordiniert die Zusammenarbeit auf Bundesebene.
Landesverbände:
Vertreten jeweils ein Bundesland. Sie steuern Projekte, Einrichtungen und Dienste auf der Ebene des Bundeslandes.
Kreisverbände und Ortsvereine:
Sie sind für die praktische Arbeit vor Ort zuständig, betreiben soziale Zentren, Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen und stehen direkt mit den Menschen in den Städten und Gemeinden in Kontakt.
Die AWO kooperiert eng mit öffentlichen Stellen, etwa mit dem Sozialamt, dem Jobcenter und anderen Behörden.
Kitas und Kindertagesbetreuung:
Die AWO betreibt zahlreiche Kitas und andere Bildungseinrichtungen, die eine moderne, pädagogisch hochwertige Betreuung von Kindern bieten.
Angebote für Jugendliche:
Freizeit- und Bildungsangebote wie Ferienfreizeiten, kreative Workshops, Jugendtreffs und Programme zur Familien- und Erziehungsberatung.
Senioren- und Pflegeheime:
Die AWO betreibt Pflegeeinrichtungen, in denen pflegerische und soziale Dienstleistungen erbracht werden. Zusätzlich gibt es ambulante Pflegedienste für Menschen, die in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten.
Tages- und Begegnungsstätten:
Tagesangebote mit Sport, Kultur und geselligem Miteinander, die zur sozialen Teilhabe und Lebensqualität älterer Menschen beitragen.
Sprach- und Integrationskurse:
In Zusammenarbeit mit Kommunen und staatlichen Stellen organisiert die AWO Deutschkurse, Integrationskurse und Informationsangebote zu Kultur, Rechten und Pflichten in Deutschland.
Sozial- und Rechtsberatung:
Beratung für Geflüchtete und Migrant*innen zu Themen wie Aufenthalt, Arbeit, Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung.
Inklusionsprogramme:
Die AWO fördert den schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Einschluss von Menschen mit Behinderungen durch Qualifizierungsangebote, Begleitung und individuelle Hilfen.
Unterstützte Mobilität:
Hilfe bei der Organisation von Fahrdiensten, barrierefreiem Zugang oder logistischen Fragen des Alltags.
Unmittelbare Hilfen:
Ausgabe von Kleidung, Lebensmitteln und Bereitstellung von Notunterkünften für Menschen in akuten Notlagen.
Berufliche Qualifizierung:
Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen in speziellen Zentren, um arbeitslosen Menschen neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Familienhilfe (Familienhilfe / Familienberatung):
Beratungsangebote für Eltern zur Kindererziehung, Haushaltsplanung und Bewältigung familiärer Konflikte.
Unterstützung rund um Schwangerschaft und Mutterschaft:
Soziale Fachkräfte (z. B. Familienhebammen, Familienpflegerinnen) beraten werdende und frischgebackene Mütter zu Stillen, Säuglingspflege und seelischer Gesundheit nach der Geburt.
Lebensmittelhilfen und Tafelläden:
Auch wenn Tafeln meist von eigenständigen Trägern getragen werden, beteiligen sich manche AWO-Gliederungen in Kooperation mit Kommunen an deren Betrieb.
Kultureller Dialog:
Regelmäßige Veranstaltungen, Begegnungscafés und Themenabende, die den Austausch zwischen Einheimischen und Zugewanderten fördern.
Online-Beratung:
In mehreren Bundesländern hat die AWO digitale Plattformen eingeführt, über die Menschen per Chat, E-Mail oder Video mit Berater*innen in Kontakt treten können.
Online-Kurse:
Deutschkurse und berufliche Weiterbildungen werden teilweise als Online-Angebote durchgeführt, um besonders junge Menschen und Eltern mit Betreuungsaufgaben besser zu erreichen.
Nach der Corona-Pandemie und angesichts globaler Krisen hat die AWO einen deutlichen Anstieg psychischer Belastungen bei sozial benachteiligten Gruppen festgestellt. Deshalb wurden Beratungsangebote zur psychischen Gesundheit ausgebaut und Aufklärungskampagnen zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen gestartet.
In ländlichen Regionen, die unter Überalterung, Infrastrukturabbau und Fachkräftemangel leiden, hat die AWO spezielle Projekte aufgelegt – etwa mobile Beratungsdienste, Kooperationen mit Gemeinden und wohnortnahe Gesundheits- und Sozialangebote.
Die AWO orientiert sich zunehmend an ökologischen Leitlinien:
Einführung umweltfreundlicher Standards in Pflegeheimen und Einrichtungen,
Sensibilisierung von Bewohnerinnen und Klientinnen für Recycling, Ressourcen-Schonung und Klimaschutz,
sowie klimafreundliche Maßnahmen in Verwaltung und Gebäudemanagement.
Jede Person (deutsche Staatsangehörige und ausländische Einwohner*innen) kann Fördermitglied werden.
Der Mitgliedsbeitrag ist in der Regel moderat und unterstützt die Arbeit der AWO.
Mitglieder können an Versammlungen teilnehmen, sich einbringen und mit über die Ausrichtung vor Ort beraten.
Vielfältige Einsatzbereiche:
Betreuung von Kindern, Begleitung älterer Menschen, Unterstützung bei Veranstaltungen, Hausaufgabenbetreuung, Sprachcafés und mehr.
Schulung und Begleitung:
Die AWO bietet Einführungen und Fortbildungen, damit Ehrenamtliche gut vorbereitet in ihren Einsatz gehen.
Kontaktaufnahme:
Interessierte können sich über die Website der AWO oder direkt bei der nächstgelegenen Geschäftsstelle melden und nach ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten fragen.
Die AWO ist eine große Arbeitgeberin im sozialen Bereich:
Erzieherinnen, Pflegefachkräfte, Sozialarbeiterinnen, Verwaltungsmitarbeitende, Integrationsfachkräfte u. v. m.
Bewerbungen sind über lokale AWO-Websites und gängige Stellenportale möglich.
Projekt „Starke Familien“:
Bildungs- und Unterstützungsangebote für Eltern und Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die sie beim Schulerfolg und der Alltagsbewältigung unterstützen.
Spendenaktionen:
Kampagnen zur Finanzierung von medizinischen Geräten für Seniorenheime, zur Organisation von Ferienfreizeiten für Kinder aus einkommensschwachen Familien oder zur Unterstützung in Krisensituationen.
Schutz von geflüchteten Frauen:
Einige AWO-Gliederungen betreiben Schutzwohnungen und Notunterkünfte für geflüchtete Frauen, die Gewalt erlebt haben oder sich in besonders schwierigen Lebenslagen befinden.
8.1 Ist die AWO eine staatliche Organisation?
Nein. Die AWO ist ein freier Wohlfahrtsverband und damit rechtlich unabhängig vom Staat. Sie arbeitet jedoch eng mit staatlichen Stellen zusammen und erhält teilweise öffentliche Fördermittel.
8.2 Muss ich einer Partei oder Konfession angehören, um Mitglied zu werden?
Nein. Die AWO ist überparteilich und überkonfessionell. Sie steht allen Menschen offen – unabhängig von politischer, religiöser oder kultureller Zugehörigkeit.
8.3 Sind die Hilfsangebote kostenlos?
Viele Beratungs- und Unterstützungsangebote (insbesondere Sozial- und Familienberatung) sind kostenfrei. Andere Leistungen – etwa stationäre Pflege in Seniorenheimen – werden in der Regel über Pflege- und Krankenversicherung, Sozialleistungsträger oder Eigenanteile finanziert.
8.4 Wie geht die AWO mit Datenschutz um?
Die AWO unterliegt den deutschen und europäischen Datenschutzbestimmungen (insbesondere DSGVO). Persönliche Daten von Klient*innen, Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden werden vertraulich behandelt und nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben verarbeitet.
Bedarf klären:
Überlegen Sie zuerst, welches Angebot Sie brauchen (Familienberatung, Integrationshilfe, Seniorenangebote usw.).
Informationen einholen:
Suchen Sie auf der Website der AWO in Ihrem Bundesland oder Ihrer Stadt nach den passenden Fachbereichen und Kontaktdaten.
Terminvereinbarung:
Viele Stellen arbeiten mit Terminen. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail hilft, Wartezeiten zu vermeiden und die notwendigen Unterlagen zu klären.
Dokumente mitbringen:
Ausweis, Nachweise über Einkommen, Mietvertrag oder andere relevante Unterlagen können notwendig sein, vor allem wenn finanzielle Hilfen geprüft werden.
Nachfragen und nachfassen:
Wenn Unterlagen fehlen oder noch Entscheidungen ausstehen, fragen Sie freundlich nach dem Stand und den nächsten Schritten, um Verzögerungen zu vermeiden.
Die AWO ist ein zentrales Element der sozialen Infrastruktur in Deutschland. Sie bietet ein breites Spektrum an Hilfen – von der Kindertagesbetreuung und Jugendhilfe über Senioren- und Behindertenhilfe bis hin zu Integrations- und Armutsbekämpfungsprogrammen. Durch ihren dezentralen Aufbau und die Kombination aus hauptamtlichem und ehrenamtlichem Engagement kann die AWO flexibel auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort reagieren – sowohl von Einheimischen als auch von Zugewanderten.
Mit den Entwicklungen bis 2025 – insbesondere der Digitalisierung von Beratungsangeboten, dem verstärkten Fokus auf psychische Gesundheit und der Unterstützung ländlicher Regionen – baut die AWO ihre Rolle als starke soziale Partnerin weiter aus. Ihr Grundanliegen bleibt dabei unverändert: Solidarität, Gerechtigkeit und Menschlichkeit im Alltag erlebbar zu machen.
Wer sich über die Angebote der AWO informiert oder sich in ihr engagiert – als Nutzerin, Ehrenamtlicher oder Mitarbeiter*in – trägt aktiv dazu bei, eine solidarische und lebenswerte Gesellschaft für alle zu gestalten.
* Das Autorinnen- und Autorenteam dieser Website ist bemüht, durch sorgfältige Recherchen und die Auswertung verschiedener Quellen möglichst genaue Informationen bereitzustellen. Dennoch können Fehler auftreten oder Angaben unvollständig bzw. nicht abschließend gesichert sein. Bitte betrachten Sie die in diesem Artikel enthaltenen Informationen als erste Orientierung und wenden Sie sich für verbindliche und aktuelle Auskünfte stets an die zuständigen Fachstellen und Behörden.